Zaubertränke - Teil 1

 

Dieses "Buch" wurde für die HPW-Bibliothek erstellt und basiert u. a. auch auf Lady Mysterias Unterrichtsvorgaben.

Die Gesamtpunkte meiner Bibliotheksbeiträge können in der Punkteübersicht (siehe Navigationsleiste) eingesehen werden.


 

 

Zaubertränke und Zauberbräue

von Arsenius Bunsen

 

 

I Einleitung

II Voraussetzungen/ Vorbereitung für Einsteiger

III Indikatoren – die Grundregeln der Zaubertrankbrauerei

IV Hilfreiche Tips für Zaubertrankbrauer

V Einfache Rezepte und Anleitungen für Anfänger

VI Die nächste Stufe – Heikle Zutaten und neue Formen der Braukunst

VII Rezepte und Anleitungen für erfahrenere Brauer

VIII Empfehlungen für Fortgeschrittene

 

I Einleitung

Die Kunst der Zaubertrankherstellung gehört zu den ältesten magischen Handwerken überhaupt. Noch bevor der Zauberstab selbst entwickelt und zur Perfektion gebracht wurde, versuchten sich unsere Vorfahren darin, magische Zutaten zu kombinieren und ihre Wirkungen zu erforschen. Im Laufe der Jahrtausende entstanden so Rezepturen, die bis heute Bestand haben und von findigen Tränkebrauern immer weiter verfeinert werden.

Trotz aller Kreativität und dem Ehrgeiz, Neues entstehen zu lassen, muss man sich gerade im Bereich der Braukunst an feststehende Regeln halten. Dank meiner mittlerweile achtzigjährigen Erfahrung auf diesem Gebiet halte ich es nun für angebracht, mein Lebenswerk mit einem Buch zu krönen, dass einem jeden Zauberer die Kunst des Tränkebrauens vermitteln soll – angefangen von den Grundlagen, die jeder Anfänger beherrschen muss, bis hin zu komplexeren Tränken, die dem Brauer schon einiges an Können abverlangen.

Ich wünsche dem Leser dieses Buches in jedem Falle viel Freude und Erfolg beim Ausüben dieser faszinierenden Wissenschaft.

 

Ihr

Arsenius Bunsen

 

 

II Voraussetzungen/ Vorbereitung für Einsteiger

 

Für jeden, der sich auf dem faszinierenden Gebiet der Zaubertrankbraukunst versuchen möchte, ist es unabdingbar, sich eine gewisse „Grundausrüstung“ zu beschaffen, mit der anfangs gearbeitet wird. Erst viel später, wenn man sich sicherer fühlt und sogar eine gewisse eigene Kreativität einbringen kann, kann man entsprechende Gegenstände durch andere mit bevorzugten Eigenschaften beschaffen. Ich versichere an dieser Stelle, dass die genannten Instrumente vollkommen ausreichend sind, um auch schwierigere Tränke zuzubereiten. Selbst viele der heute berühmtesten Brauer schwören immer noch auf diesen Grundbestand:

  • 1 Zinnkessel mittlerer Größe (bei modernen Händlern mit „Normgröße 2“ bezeichnet)
  • 1 Waage (Zinn oder Messing) mit kleiner Skalierung
  • 1 Thermometer (Anzeige bis mind. 250 ° C)
  • 1 Stoppuhr (handelsübliche Garzeituhr, sogar Muggeluhren möglich)
  • 1 Schneidbrett (versiegeltes Hartholz oder vergleichbares Material mit Versiegelungszauber)
  • 2 Messer: 1 Hackmesser sowie 1 scharfes Schneidmesser (fortgeschrittene Zauberer bevorzugen hier Silberdolche)
  • 1 Holzlöffel (wichtig: auch hier auf den Versiegelungszauber achten, damit keine Rückstände daran haften)
  • Ein Satz Glas- oder Kristallflaschen, wahlweise auch zusätzliche Phiolen
  • (hier gilt: man kann nie genug haben!)
  • Mörser und Stößel

Hinzu kommt eine Auswahl gängiger Trankzutaten, die auf jeden Fall fest verschlossen aufbewahrt werden sollten. Obwohl der „Verderblichkeitsschutzzauber“ sehr beliebt und wirksam ist, empfehle ich für ein optimales Trankergebnis immer frische Zutaten, die sie beim Apotheker ihres Vertrauens beziehen sollten. Erfahrene Kräuterkundler (u. Ggf. auch Kenner magischer Tierwesen) können sich die Zutaten natürlich auch selbst besorgen. Hier ist aber Vorsicht geboten, da nur ein Apotheker den tatsächlichen Wirkstoffgehalt messen kann!

Selbstverständlich ist die Grundvoraussetzung jeglichen Brauversuches, dass der Brauer in der Lage ist, das Kochfeuer zu entfachen („Inflamare-Zauber“) und zu kontrollieren und so die Temperatur zu heben oder zu senken. Dies ist bei den meisten Tränken die einzige Handlung die mit dem Zauberstab vollzogen wird.

Achtung: Ordnung und Sauberkeit sind absolute Pflicht! Halten sie ihre Gerätschaften sauber, reinigen sie ihren Kessel, sowie Messer, Löffel, Waage und Fläschchen sowohl vor als auch nach dem Brauen! Trennen Sie die Zutaten beim Aufbewahren voneinander, achten sie auch auf das Reinigen von Kräutern u. ä., Schmutz, Staub und Schädlinge können den Trank verderben!

 

 

III Indikatoren – Die Grundlagen der Zaubertrankbrauerei

Wie bereits erwähnt, sind bei der exakten Kunst der Zaubertrankbrauerei Grundregeln zu beachten. Nur sehr sichere Brauer können von einzelnen (!) Regeln abweichen und intuitiv arbeiten, dies ist aber immer mit einem gewissen RISIKO behaftet! Ich rate Einsteigern DRINGEND von derartigen Experimenten ab und versichere, dass alle Rezepte dieses Buches – korrekt angewandt – zu einem einwandfreien Ergebnis führen!

Die Indikatoren der Trankbrauerei muss jeder Brauer vollkommen verinnerlichen!!!

 

Indikatoren:

1. Beschaffenheit und Konsistenz des Trankes: Es handelt sich bei diesem Indikator um eine Spezifizierung von Aggregatszuständen, in diesem Falle des Zustandes „flüssig“. In Trankrezepturen wird der Zustand des Trankes als Zwischen- oder Endergebnis angegeben, um so seine Korrektheit zu beurteilen. Beispiele für derartige Zustände sind: zähflüssig, klumpig, breiig, glatt, dünnflüssig, ölig, etc. Hinzu kommen Charakterisierungen wie rauchend, dampfend, blubbernd, spritzend, glucksend, fauchend etc.

2. Erntezeit der Zutaten: Zahlreiche Zaubertrankzutaten (besonders pflanzliche Zutaten) gewinnen oder verlieren an Wirksamkeit, abhängig von ihrem Ernte- oder Verarbeitungszeitpunkt. So sind Blütezeit, Mondphasen, Jahreszeiten, Nachtstunden, Reifezeit von Früchten o. ä. entscheidend. In den Rezepturen wird in der Regel auf den idealen Erntezeitpunkt hingewiesen.

3. Farbe des Trankes: Ähnlich wie Punkt 1 ist auch die Farbe des Trankes als Zwischen- oder Endergebnis zu kontrollieren, häufig geht in den Rezepturen Punkt 1 mit Punkt 3 einher. Erreicht ein Trank nicht die gewünschte Farbe, kann dies ein Anzeichen minderer Qualität sein, es sollte also überprüft werden, ob während des Brauvorganges Fehler gemacht wurden. Häufig lassen sich diese jedoch zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr beheben.

4. Geruch des Trankes: Ähnlich wie Punkt 1 und 3. Für die Kontrolle des Geruches/Aromas sollte der Brauer sich aber zuvor vergewissern, ob zu intensives Einatmen der Dämpfe möglicherweise Nebenwirkungen hat.

5. Mondphasen: Die Mondphasen spielen nicht nur für den Erntezeitpunkt (Punkt 2) eine Rolle, sondern häufig auch für die Trankzubereitung selbst. Ein Mondkalender sollte gerade bei fortgeschrittenen Zaubertrankbrauern daher zur Grundausstattung gehören.

6. Reifungs- und Gärungszeit: Zeitangaben sind bei der Trankherstellung unbedingt zu beachten! Zahlreiche Tränke benötigen einen langen Zeitraum für die Zubereitung, der nicht verkürzt werden kann! Schon kleinste Abweichungen können zum Misslingen des Trankes führen!

7. Reihenfolge: Die Rezepturen sehen stets eine bestimmte Reihenfolge der Zutatenzugaben und sonstigen Arbeitsschritte wie z. B. Erhitzen, Rühren, etc. vor. Von diesen darf ebenfalls keinesfalls abgewichen werden!

8. Richtung und Anzahl des Rührens: Auch hier sollten sich insbesondere Anfänger genauestens an die Vorgaben halten. Ich empfehle, eine Markierung am Kessel anzubringen, der den Anfangs- und Endpunkt des Rührvorganges festlegt.

9. Temperatur: Eine der häufigsten Fehlerquellen ist das ungenaue Einhalten der Gartemperatur. Es empfiehlt sich daher, auf kostengünstige, ungenaue Thermometer zu verzichten und hier nicht am falschen Ende zu sparen. Die absolute Beherrschung und Kontrolle des Inflamare-Zaubers ist zudem eine unverzichtbare Voraussetzung der Brauerei!

10. Zutatenauswahl: Das A und O der Rezeptur! Obwohl man sich auf die Inhalte der vom Ministerium genehmigten Bücher verlassen kann, sollten Zaubertrankbrauer allerdings die Zutaten nicht blind verwenden, sondern ihre Eigenschaften genau kennen. Nur dann ist später ein kreativeres und flexibleres Arbeiten möglich. Keinesfalls sollte man aus Mangel an korrekten Zutaten, die eine oder andere Beigabe nach eigenen Vorstellungen „ersetzen“. Mengenangaben sind insbesondere für Anfänger strikt einzuhalten!!!

 

IV Hilfreiche Tips für Zaubertrankbrauer

  • Wählen Sie am Anfang Rezepturen mit haltbaren Zutaten. So können sie mehrere Versuche wagen, ohne dass sie mit Verderblichkeit kämpfen müssen.
  • Achten Sie zu Beginn nicht so sehr auf die Wirkung des Trankes, sondern auf den Schwierigkeitsgrad der Zubereitung. So werden sie schnell zufriedenstellende Ergebnisse erzielen.
  • Kontrolle ist oberstes Gebot! Lieber einmal mehr nachsehen, ob alles sauber ist, ob die Mengenangaben stimmen etc.
  • Lesen sie sich die Anleitung des Wunschtrankes genau durch, bereiten sie alles rechtzeitig vor. Machen Sie sich ggf. einen Zeitplan für die Zutatenzubereitung, insbesondere, wenn sie dabei Erntezeiten berücksichtigen müssen. Sorgen Sie dafür, dass sie während des Brauvorganges alles zur Hand haben, was sie evtl. benötigen!
  • Machen Sie sich mit Reinigungs- und Verschwindezaubern (Tergeo, Evanesco) vertraut, um im schlimmsten Fall eine Katastrophe zu verhindern. Auch Löschzauber (Aguamenti) und Erste-Hilfe-Zauber können hilfreich sein!
  • Grundlagenwerke über Kräuter und Tierwesen helfen ihnen, die Wirksamkeit der Tränke besser nachzuvollziehen!
  • Schließen Sie während des Brauens Fenster und Türen, um Verunreinigungen durch Wind, Pollenflug, Insekten o. ä. zu vermeiden und die Temperatur konstant zu halten.
  • Halten Sie immer Pergament und Feder bereit, um sich Notizen zu machen und so besser von ihren eigenen Erfahrungen zu profitieren.

 

V Einfache Rezepte und Anleitungen für Anfänger

Vergesslichkeitstrank

verursacht Verwirrung und Gedächtnislücken für die Dauer von etwa 24 Stunden

  • 100 g Löffelkraut
  • 20 g Nieskraut
  • 30 g Liebstöckel
  • 1 Lenkpflaume
  • 500 ml Wasser

Das Wasser in den Kessel füllen und auf exakt 120 ° C erhitzen.

Nies- und Löffelkraut fein gehackt hinzugeben.

7 Minuten köcheln lassen.

Liebstöckel und Lenkpflaume mit Stößel zerdrücken, den gewonnen Saft über eine Phiole nach den 7 Minuten in die köchelnde Lösung tropfen lassen.

Zwischenergebnis: wässrig, hellgrün, klar schimmernd, heftig zischend

Nach dem ersten Zischen folgendermaßen rühren:

3x gegen den Uhrzeigersinn, 1x im Uhrzeigesinn.

 

Endergebnis: weiterhin wässrig, dunkelgrün, schimmernd

 

 

Schrumpflösung:

wird zum Schrumpfen von Kleintieren oder Pflanzen angewandt (Dauerhaft, wenn kein Gegentrank verabreicht wird)

  •  
  • 500 ml Wasser
  • 20 g Gänseblümchenwurzel
  • 1 ne Schrumpelfeige
  • 1 ne Rattenmilz
  • 100 g Raupen
  • 1 Schuss Blutegelsaft

 

Das Wasser auf 97 °C erhitzen und die Rattenmilz hineingeben.

Dies genau 37 Minuten köcheln lassen.

Die Gänseblümchenwurzel möglichst fein und gleichmäßig zerhacken, ebenso die Schrumpelfeige. Getrennt von den anderen Zutaten die Raupen kleinschneiden.

Nach den 37 Minuten die Schrumpelfeigen und Gänseblümchenwurzelstücke gleichzeitig in den Kessel geben. Einen Spritzer Blutegelsaft hinzufügen.

Rühre: 2x gegen den Uhrzeigersinn, achtmal im Uhrzeigersinn.

Zwischenergebnis: grünbraune Färbung, träges, leises Blubbern

Nun die Raupen hinzugeben.

 

Endergebnis: giftgrüne Farbe

 

 

Furunkeltonikum

zur äußeren Anwendung gegen Furunkel und Geschwüre

  • 7 Wellhornschnecken (ohne Gehäuse)
  • 15 Stachelschwein-Pastillen
  • 20 ml Diptamessenz
  • 1 Schöpflöffel Flubberwurmschleim
  • 1 Liter Wasser

 

Das Wasser bei 110 °C kochen lassen und während des Brodelns die Hälfte des Flubberwurmschleims langsam einrühren. 5 ganze Stachelschwein-Pastillen hinzugeben und das Gebräu bei exakt 102 °C für 8 Minuten weiterkochen lassen.

Die Wellhorn-Schnecken mit einem scharfen Messer so klein wie möglich schneiden und diese mit dem restlichen Flubberwurmschleim zu einem Brei verrühren. Diesen nach den 8 Minuten löffelweise in den Trank einrühren.

Zwischenergebnis: orangeroter Sud mir säuerlichem Aroma

Unter dauerndem Rühren im Uhrzeigersinn die Diptamessenz über die Dauer von 2 Minuten hineintropfen lassen.

 

Die Mixtur weiter bei 102 °C kochen lassen, bis sich der Trank zitronengelb verfärbt (dauert mind. 20 Minuten). Erst jetzt vom Feuer nehmen und in Kristallfläschchen abfüllen.

 

 

Murtlap-Essenz (verbesserte Mixtur, heilsamer als reines Murtlap-Konzentrat!)

Anmerkung: Man kann die Murtlapessenz auch ebenso wie die Weinrautenessenz herstellen, dieses Verfahren ist aber noch komplizierter, führt jedoch zu einem weiterhin verbesserten Ergebnis

Gegen magisch verursachte Verletzungen, stoppt Blutungen und beschleunigt die Heilung

  • je nach Größe 4-5 Murtlap-Früchte (Rückengewächse) – frisch!!!
  • 50 Vogel-Knöterich
  • 500 ml Wasser
  • 1 Phiole Diptam-Essenz

Zuerst die Murtlap-Früchte im frischen, noch saftigen Zustand grob zerkleinern. Den dabei austretenden Saft in eine kleine Flasche geben.

Die Diptam-Essenz in das Wasser träufeln, diese Mischung während des Träufelvorgangs allmälich auf 75 °C erhitzen.

Den Knöterich so fein wie möglich zerschneiden und ihn in den Kessel geben.

Anschließend schnell und kräftig verühren (Richtung egal), bis das Zwischenergebnis eintritt:

fast klares, grau-stichiges Gebräu, leicht spritzig

Nun zuerst die zerkleinerten Murtlap-Früchte beimischen, die Flasche mit dem Murtlap-Saft noch stehen lassen.

Darauf achten, dass der Trank nicht verklumpt, also unentwegt rühren – die Richtung ist egal, sollte aber keinesfalls gewechselt werden!!!

Die Mischung 1 Stunde bei 60°C ziehen lassen.

Zwischenergebnis: Dunkelgraue, dünne Flüssigkeit. Die Murtlapfrüchte müssten sich inzwischen vollständig aufgelöst haben.

Zuletzt den Mutlap-Saft zügig unterrühren.

 

Endergebnis: wieder etwas heller, grau, silbrig schimmernde Oberfläche, kein Dampf

 

 

Rattentonikum

bei schwächlichen Haus- und Gartenratten zur Stärkung anzuwenden

 

  • 200 ml Wasser
  • 1 getrockneter Billywig-Stachel
  • ½ Phiole Feuersalamanderblut
  • 1 Kartoffelbauchpilz

Dieses Tonikum wird meist nur in geringen Mengen hergestellt.

 

Das Wasser auf 75°C erhitzen.

Den Billywig-Stachel mit Mörser und Stößel möglichst fein zermahlen und hinzugeben.

3 Minuten bei konstant bleibender Temperatur gemächlich, aber fortwährend im Uhrzeigersinn rühren.

Nach exakt 3 Minuten das Salamanderblut in die Lösung tropfen lassen.

Weitere 3 Minuten bei gleicher Temperatur ziehen lassen, nicht rühren!

In dieser Zeit sollte das Tonikum eine dunkelblaue Farbe annehmen und träge und zähflüssig vor sich hinblubbern

Den Kartoffelbauchpilz zerhacken und die Stücke mit dem Mörser zerquetschen. Den Saft dann nach dem dreiminütigen Ziehen unter dauerhaftem Rühren GEGEN den Uhrzeigesinn zugeben.

Die fertige Mixtur solange ohne Feuer ziehen lassen, bis es ein leuchtendes Türkis annimmt. In kleine Fläschchen abfüllen und bei Bedarf tropfenweise an das Tier abgeben (max 10 Tropfen am Tag).

 

 

Schwelllösung

zum Vergrössern bzw. Anschwellen von Pflanzen und kleinen Tierwesen

  • 1 1/2 Liter Wasser
  • 200 ml Flubberwurmschleim
  • 1 ne Blutblasenschote
  • 100 g Diptam
  • 2 Schoten des Kartoffelbauchpilzes
  • 100 g Pufferfischaugen

Geben sie die 1 ½ Liter Wasser in Ihren Kessel und erhitzen Sie das Wasser auf exakt 41 ° C. Geben Sie dann die 200 ml Flubberwurmschleim hinzu und rühren Sie das Gebräu neunmal gegen den Uhrzeigersinn und dann dreimal im Uhrzeigersinn.

Zwischenergebnis: grünliche Färbung, leises Blubbern

10 Minuten köcheln lassen. Die Blutblasenschote in gleichmäßig kleine Stücke von etwa 1 cm Durchmesser schneiden. Den Diptam klein zerhacken. Beide Zutaten gleichzeitig nach den 10 Minuten in den Trank geben. Zweimal im Uhrzeigersinn, einmal gegen den Uhrzeigersinn rühren.

Zwischenergebnis: orange Färbung, süsslicher Duft.

7 Minuten sieden lassen. Anschließend die Kartoffelbauchpilzschoten im Stück beigeben.

Zwischenergebnis: bräunliche Färbung, Brodeln

Während des Brodelns die Pufferfischaugen mit Mörser zerquetschen, diese hinzugeben, sobald das Brodeln nachlässt. Im 10-sekündlichen Abstand einmal gegen und einmal im Uhrzeigersinn rühren, bis das Endergebnis eintritt:

Tiefbraune Färbung, Dampfentwicklung.

Anschließend abfüllen, abkühlen lassen und nach Bedarf anwenden (innerliche Anwendung beispielsweise bei Tierwesen, äußerliche Anwendung bei Pflanzen)

 

VI Die nächste Stufe – Heikle Zutaten und neue Formen der Braukunst

 

Für die folgenden Tränke müssen Sie ihr Ausrüstungsset geringfügig erweitern.

Ich empfehle daher den Erwerb von:

 

  • Mondkalender
  • Schutzhandschuhe (vorzugsweise aus Drachenhaut)
  • Silberpinzette
  • zusätzliches Gefäßsortiment (Schraubgläser, Kristallfläschchen)

 

Sie werden es im weiteren Verlauf zudem mit weitaus heikleren Zutaten als bisher zu tun bekommen. Ich rate daher, von nun an bei der Trankzubereitung immer die Schutzhandschuhe zu tragen, selbst, wenn sie vermeintlich harmlose Kräuter zerhacken, da sich auf dem Schneidbrett vielleicht Reste gefährlicherer Substanzen befinden können.

Zudem werden die Anleitungen komplexer und es ist von nun an noch wichtiger, sich vorher mit dem Verlauf der Arbeitsschritte vertraut zu machen. Sie sollten die nachfolgenden Tränke auf jeden Fall nur dann in Angriff nehmen, wenn Sie alle bisher genannten problemlos und erfolgreich zubereiten können. Üben Sie ggf. das korrekte Entsaften, Auspressen oder Zerteilen von Zutaten und machen sie sich weiter mit Schutzmaßnahmen und bereits genannten Zaubern (Evanesco, Tergeo, Versiegelungszauber etc.) vertraut.

Bitte beachten Sie ausserdem, dass wir uns von nun an Tränken mit mitunter gefährlicher Wirkung befassen. Sorgen Sie dafür, dass ihre Ergebnisse keinesfalls in die Hände von Kindern, Muggeln oder Unwissenden geraten!

 

 

VII Rezepte und Anleitungen für erfahrenere Brauer

 

Stärkungstrank

zur Erhöhung der körpereigenen Kräfte

 

  • 1 Liter Wasser
  • 250 ml Flubberwurmschleim
  • 20 ml Feuersalamanderblut
  • 1 Greifenklaue
  • 10 g Diptam
  • 10 g Drachenhornpulver
  • 20 g Einhornpulver
  • 2 Knarlkiele

Das Wasser auf 70 °C erhitzen. Flubberwurmschleim hinzugeben.

Rühren: 3x gegen den Uhrzeigersinn, 8x im Uhrzeigersinn. Dann das Feuersalamanderblut hineingießen.

Zwischenergebnis: siehe auch Aufpäppelungstrank: braune Farbe, heftiges Dampfen

Die Greifenklaue pulverisieren und einstreuen, sobald der Dampf verflogen ist.

Zwischenergebnis: weiß, chemisch-scharfer Geruch (vgl. Muggel-Reinigungsessenzen)

11 Minuten ziehen lassen. Den Diptam möglichst fein zerhacken und nach den 11 Minuten hinzugeben. Weitere 17 Minuten bei konstanter Temperatur ziehen lassen, nun das Drachenhornpulver hinzufügen (hier unbedingt auf korrektes Abwiegen achten!).

Zwischenergebnis: kräftig-grüne Färbung, leichte Flammenbildung auf der Oberfläche.

Erst wenn die Flammen vollständig erloschen sind, das Einhornpulver einstreuen. Auch hier auf die exakte Menge achten.

Rühren: 4x gegen den Uhrzeigersinn, 5x im Uhrzeigersinn, 1x gegen den Uhrzeigersinn, 7x im Uhrzeigersinn.

Zwischenergebnis: fließend silbriger Trank.

Den Trank umfüllen (z. B. In ein Schraubglas). Vor dem Verschließen die beiden Knarlkiele im Ganzen hinzugeben. Er muss nun einen kompletten Mondzyklus bei Dunkelheit UND Mondschein ziehen, d. h. tagsüber in einem dunklen Raum/ Schrank, nachts beispielsweise an einem Fenster.

Nun ist der Stärkungstrank einnehmbar.

 

 

Aufpäppeltrank

zur Wiederherstellung des Wohlbefindens und der Lebenskraft nach starker Anstrengung oder Krankheit

 

  • 250 ml Wasser
  • 100 ml Flubberwurmschleim
  • 20 g Aalaugen
  • 50 g Diptam
  • 50 ml Feuersalamanderblut
  • 4 frische Salbei-Blätter
  • 5 g magischer Pfeffer

Das Wasser auf 85 °C erhitzen, dann den Flubberwurmschleim hinzugeben.

Rühren: 3x wechselnde Richtung (beginnend gegen den Uhrzeigersinn). Nun das Feuersalamenderblut hineinträufeln.

Zwischenergebnis: Braune Färbung, starke Dampfentwicklung

20g gewaschene Aalaugen beigebn. 7 Minuten köcheln lassen. Den Diptam und die Salbei-Blätter zerhacken und nach den 7 Minuten hinzufügen. Nun den Trank genau (!) 8 Minuten und 35 Sekunden weiter köcheln lassen. Nun den magischen Pfeffer vorsichtig einstreuen.

Zwischenergebnis:lauter Pfeifton, starkes Brodeln.

Wenn sich der Dampf gelegt hat, 7x im Uhrzeigersinn rühren, dann 1x entgegen des Uhrzeigersinns.

Endergebnis: violette Färbung

 

Die beste Wirkung entfaltet die Mixtur, wenn sie bei exakt 45 °C getrunken wird.

 

 

Weinrautenessenz

wirksames Gegengift

  • 300 g Weinrautenblätter
  • 200 g Weinrautenwurzel
  • 500 ml klarer Weinbrand, min. 35 %
  • 300 ml Wasser

 

zusätzliche Gerätschaften:

2 kleine Kessel

Kristallphiole (nicht Glas!)

2 Schraubgläser

 

Achtung: unbedingt während des gesamten Vorgangs Schutzhandschuhe tragen, da die Weinrauten Hautreizungen verursachen können!

 

Wurzeln und Blätter putzen (mit klarem Wasser waschen, Äste und Blüten und abstehende Wurzelfasern entfernen).

Die Wurzel in kleine Stücke oder Streifen schneiden. Wurzelstücke und Weinrautenblätter getrennt (!) aufbewahren (Schraubgläser). Dann die beiden Gläser so mit Weinbrand auffüllen, so dass die Pflanzenteile vollständig bedeckt sind.

Beides genau einen Mondzyklus lang stehen lassen. Jeden Morgen bei Sonnenaufgang kräftig schütteln.

Den Glashinhalt jeweils in einen eigenen kleinen Kessel geben, je 100 ml Wasser hinzufügen.

Rühren: 10x kräftig im Uhrzeigersinn, 3x entgegen.

Die Kessel zeitgleich bis zum Siedepunkt erhitzen und dann die sprudelnden Mixturen köcheln lassen, bis die gesamte Flüssigkeit verdampft ist.

Die verbliebenen Bestandteile im Kessel rösten, bis sie zu Asche zerfallen.

Das Pulver erneut mit je 50ml Wasser auffüllen. Nun die beiden Konzentrate in einer Kristallphiole zusammenfügen und gut verkorken.

 

Die Essenz muss einen weiteren Mondzyklus ziehen, um seine höchste Wirksamkeit zu erreichen. Hierzu empfiehlt sich ein heller Platz wie beispielsweise ein sonnenbeschienenes Fenster.

 

Funkenlösung

zur Konservierung brennbarer oder explosiver Zutaten (wie z. B. Drachen- oder Feuerkrabbenbestandteilen)

 

  • 1 Liter Wasser
  • 250 g Baldrian
  • 20g Einhornpulver
  • 1 Phiole Murtlap-Konzentrat (nicht Essenz!)
  • 15 g Ramora-Schuppen

 

Gleich zu Beginn die Ramora-Schuppen und das Murtlap-Konzentrat miteinander verrühren und in ein separates Fläschchen einfüllen. Die Mischung 12 Stunden bei völliger Dunkelheit aufbewahren.

Das Wasser zügig auf 120 °C erhitzen. Den Baldrian fein zerhacken und in das brodelnde Wasser geben, danach sofort die Temperatur auf 85 °C senken.

Nun die Hälfte des Einhornpulvers einstreuen, nicht rühren!

Zwischenergebnis: klare Optik (wie Wasser), leichter Dampf.

Nun das Murtlap-Ramora-Gemisch tropfenweise hinzugeben, dabei immer wechselnd 4x im und 4x gegen den Uhrzeigersinn rühren.

Das Gebräu weitere 12 Stunden bei völliger Dunkelheit und konstanten 70 °C ziehen lassen.

Anschließend noch einmal bei 120 °C aufkochen lassen und dann das restliche Einhornpulver hinzugeben.

Noch einmal 12 Stunden bei Dunkelheit abkühlen lassen.

 

Endergebnis: Klare, prickelnde Flüssigkeit, die an Muggel-Mineralwasser erinnert.

 

 

Gripsschärfungstrank

Zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit

 

  • 6 Scarabäuskäfer
  • 20 g Ingwerwurzeln
  • 1ne Gürteltiergalle
  • 1 ne Drachenklaue
  • 1ne Jobberknollfeder
  • 1 1/2 L Wasser
  • 500 ml Flubberwurmschleim

 

Skarabäuskäfer und Drachenklaue pulverisieren. Die Ingwerwurzeln in feine Streifen schneiden.

Das Wasser auf 111 °C erhitzen und den Flubberwurmschleim hinzugeben.

Rühren: 7x gegen den Uhrzeigersinn, 3x im Uhrzeigersinn.

Zwischenergebnis: mintgrüne Färbung, leichtes Blubbern

Die Gürteltiergalle im Ganzen in den Trank geben, der sich daraufhin orange verfärbt.

Sobald die Farbe kräftig ist und ein traniger Geruch aufsteigt, das Skarabäus-Drachenklauen-Pulver zusammen mit den Ingwerwurzeln hinzufügen.

Rühren: 2x gegen den Uhrzeigersinn, 3x im Uhrzeigersinn, 7x gegen den Uhrzeigersinn.

Exakt 30 Minuten köcheln lassen.

Eine Phiole des Trankes entnehmen und in diese die Jobberknollfeder geben. Diese Mischung dann wieder zurück in den Kessel.

Den Trank drei Nächte lang dem Mondschein aussetzen.

 

Endergebnis am dritten Tag: fliederblaue Farbe.

 

Achtung! Nicht mehr als 2 Schöpflöffel pro Person!!!

 

VIII Empfehlungen für Fortgeschrittene

 

Mein kleines Grundlagenwerk sollte Ihnen inzwischen genug Wissen vermittelt haben, um sich den wirklich schwierigen Tränken zuzuwenden.

 

Aufbauende Literatur:

 

Höchst potente Zaubertränke

Zaubertränke für Fortgeschrittene von Libatius Borage

Asiatische Antidotes

 

Ergänzende Literatur:

Tausend Zauberkräuter und -pilze von Phyllida Spore

Magische Wasserpflanzen des Mittelmeeres und ihre Wirkungen

 

Bitte versuchen Sie sich nicht an illegalen Tränken, selbst wenn davon in einem der genannten Büchern die Rede ist!!!

 

 

Möglicherweise ist es jetzt auch an der Zeit, ihre Ausrüstung zu überarbeiten.

Hier einige Ratschläge:

  • Selbstumrührende Kessel klingen zwar verlockend, führen aber bei zahlreichen Kesseln
  • zu einem minder guten Ergebnis. Nichts ersetzt die eigene Intuition!
  • Achten Sie beim Kauf neuer Kessel immer auf die Versiegelungszauber! Billigware fliegt
  • ihnen schnell um die Ohren!
  • Die teureren Kristallfläschchen sind Glasflaschen immer vorzuziehen, da sie die Reinheit
  • des Trankes besser bewahren und Versiegelungszauber besser annehmen!
  • Wenn sie ein Händchen für Kräuterkunde haben, macht es Sinn, regelmässig benötigte
  • Grundzutaten selbst heranzuziehen.
  • Überarbeiten Sie regelmässig Ihre Aufzeichnungen.
  • Übung macht den Meister!
  • Besuchen Sie ruhig verschiedene Apotheken. Auch ein weiterer Weg kann lohnen!
  • In schwarzmagischen Geschäften können Sie mitunter wertvolle und seltene Zutaten
  • bekommen, allerdings sind diese oft teuer und noch öfter gesetzeswidrig. Nehmen Sie von einem solchen Einkauf unbedingt Abstand, es gibt genügend legale Tränke, die sie fordern!

 

Zum Abschluss wünsche ich Ihnen viel Erfolg und Freude mit der Zaubertrankbrauerei. Und vergessen Sie nicht: Sicherheit ist das oberste Gebot!

 

 

Ihr

Arsenius Bunsen



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